Überführungsfahrt oder Autotransport: welche Variante wann passt

Ein Fahrzeug muss von A nach B, und die erste Frage ist immer dieselbe: Fährt es selbst, oder wird es geladen? Wer ein Auto transportieren lassen möchte, steht damit vor der Wahl zwischen zwei Verfahren. Der Unterschied zwischen Eigenachsüberführung und Fremdachstransport liegt genau hier, und die Antwort hängt vom Einzelfall ab, nicht von einer pauschalen Regel. Wer Fahrzeuge regelmäßig bewegen lässt, kennt beide Varianten, aber selten die klaren Kriterien für die Entscheidung. Denn die Wahl der falschen Variante kostet am Ende Zeit oder Geld, ganz gleich, ob es sich um ein einzelnes Fahrzeug oder eine ganze Flotte handelt.

Dieser Ratgeber ordnet beide Möglichkeiten ein, nennt Vor- und Nachteile ohne Beschönigung und zeigt anhand von fünf Kriterien, wann welche Variante die richtige Wahl ist. Auch wenn Vermaco auf die Eigenachsüberführung spezialisiert ist, gibt es Fälle, in denen der Trailer die bessere Lösung ist. Genau diese Fälle werden hier benannt.

Die Eigenachsüberführung

Bei einer Eigenachsüberführung übernimmt ein Fahrer das Fahrzeug am Abholort und bringt es auf eigener Achse zum Zielort. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug fahrbereit und verkehrssicher ist. In der Regel sind die Fahrzeuge zum Zeitpunkt der Überführung zugelassen. Für den Fall, dass ein Fahrzeug bereits abgemeldet, oder noch nicht zugelassen wurde, verfügt Vermaco über eigene rote Kennzeichen.

Der Vorteil liegt in der Verfügbarkeit: Eine Überführungsfahrt lässt sich häufig kurzfristig organisieren, es wird kein Spezialfahrzeug und -führerschein benötigt, und gerade bei einzelnen Fahrzeugen wirtschaftlich sinnvoll, insbesondere bei kurzen Strecken. Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität bei der Terminierung: Kurze Kommunikationswege und ein geringer Vorlauf machen die Überführungsfahrt auch für spontane Anfragen praktikabel.

Der Nachteil gehört ebenso in die Betrachtung: Das Fahrzeug legt Kilometer zurück, und es entstehen Betriebsstunden. Bei einem Gebrauchtfahrzeug oder Dienstwagen spielt das selten eine Rolle, bei einem hochpreisigen Fahrzeug kann es das sehr wohl sein.

Der Fremdachstransport

Beim Fremdachstransport wird das Auto auf einen Trailer verladen und zum Zielort gefahren, ohne selbst eine Strecke zurückzulegen. Das funktioniert unabhängig davon, ob das Fahrzeug fahrbereit ist, und ist deshalb häufig die einzige Option bei technischen Defekten oder nach einem Unfall.

Der Vorteil: keine zusätzlichen Kilometer auf dem Tacho, keine Betriebsstunden, und bei mehreren Fahrzeugen auf derselben Route lässt sich der Fahrzeugtransport bündeln.

Der Nachteil: Die Vorlaufzeit ist in der Regel länger, weil eine Tour geplant und häufig mit anderen Aufträgen kombiniert werden muss. Bei einem einzelnen Fahrzeug bedeutet das meist einen höheren Aufwand und Preis pro Fahrzeug, weil die Tour eigens dafür organisiert wird. Hinzu kommt die Frage der Zugänglichkeit: Nicht jede Lade- und Entladestelle ist für einen Trailer geeignet.

Die Entscheidung in fünf Kriterien

Fünf Kriterien helfen bei der Entscheidung, welche Variante für ein konkretes Vorhaben passt, unabhängig davon, ob es um ein einzelnes Fahrzeug oder mehrere Fahrzeuge auf derselben Route geht:

  • Fahrbereitschaft. Fahrbereit und verkehrssicher: Überführungsfahrt. Nicht fahrbereit: Trailer.
  • Relevanz des Kilometerstands. Kilometerstand unkritisch: Überführungsfahrt. Jeder Kilometer zählt, etwa bei Liebhaberfahrzeugen: Trailer prüfen.
  • Anzahl der Fahrzeuge. Einzelfahrzeug: meist Überführungsfahrt. Mehrere Fahrzeuge auf derselben Route: Trailer kann sich lohnen.
  • Zeitfenster. Kurzfristiger Bedarf: Überführungsfahrt. Ausreichend Vorlauf vorhanden: beide Varianten möglich.
  • Fahrzeugwert und Zustand. Regulärer Zustand: Überführungsfahrt. Oldtimer, Sammlerfahrzeug oder Unfallfahrzeug: Trailer.

Wann der Trailer die bessere Wahl ist

An dieser Stelle lohnt sich Ehrlichkeit, auch wenn Vermaco selbst auf die Eigenachsüberführung spezialisiert ist: Es gibt Situationen, in denen der Transport auf dem Trailer die richtige und in manchen Fällen die einzig sinnvolle Wahl ist.

Das gilt für nicht fahrbereite Fahrzeuge und für Unfallfahrzeuge, bei denen eine Fahrt auf eigener Achse ausscheidet. Es gilt für Oldtimer und Sammlerfahrzeuge, bei denen jeder gefahrene Kilometer den Wert oder den Originalzustand beeinflussen kann.

Wann die Überführungsfahrt die bessere Wahl ist

Die Überführungsfahrt spielt ihre Stärken bei fahrbereiten Fahrzeugen aus, und wenn Kurzfristigkeit oder Individualität gefragt sind. Die Eigenachsüberführung ist flexibel und unabhängig von Abhol- oder Zielort. Zudem benötigt sie kaum Vorlaufzeit und ist bei Einzelfahrten in der Regel günstiger.

Typische Anwendungsfälle sind Leasingrückläufer, Vorführwagen, Standortwechsel innerhalb eines Unternehmens und Auslieferungen an Kunden. In all diesen Fällen ist das Fahrzeug fahrbereit, eine Zustellung direkt an die Haustür ist wünschenswert und die Flexibilität bei der Terminierung wiegt schwerer als die zusätzlichen Kilometer. Ob Fahrzeugrückholung oder Fahrzeugauslieferung, der Auftrag ist immer derselbe: Ein Fahrzeug muss von A nach B.

Drei Beispiele, wie die Entscheidung in der Praxis ausfällt:

  • Autohaus, Fahrzeug von der Zentrale in die Filiale, 150 Kilometer. Das Fahrzeug ist fahrbereit, der Termin drängt. Überführungsfahrt.
  • Kleiner Fuhrpark, Dienstwagen zurück zum Leasinggeber, 400 Kilometer. Ein Fahrzeug, kein Personal für die Fahrt, klarer Rückgabetermin. Überführungsfahrt.
  • Autovermietung, acht Fahrzeuge zwischen zwei Stationen. Identische Strecke, viele Fahrzeuge gleichzeitig. Hier lohnt der Blick auf den Fahrzeugtransport. Zeit könnte allerdings das entscheidende Kriterium sein

Wer mehrere Aufträge gleichzeitig steuert, behält über das digitale Kundenportal von Vermaco den Überblick über alle eigenen Aufträge.

Zu jeder Überführungsfahrt gehört bei Vermaco eine einfache Sichtprüfung bei Abholung. Der Fahrer erstellt per App einen Fotonachweis von Karosserie, Felgen, Innenraum, Zubehör und hält Kilometer- sowie Tankstand fest. Aufgenommen werden sichtbare, leicht erkennbare Mängel. Die Sichtprüfung definiert die Haftungsübergänge, und aus dem Abgleich der Fotos entsteht ein Differenzprotokoll, das allen beteiligten Parteien zur Verfügung steht. Mehr zum Vorgehen im Beitrag zum Ablauf einer Fahrzeugüberführung.

Elektrofahrzeuge, ein Sonderfall mit eigener Antwort

Bei Elektrofahrzeugen kommt die Reichweite als weiteres Kriterium hinzu. Die Ladeinfrastruktur ist nicht auf jeder Strecke gleich gut ausgebaut, und die Fahrt muss entsprechend geplant werden. Das macht die Planung aufwendiger, aber nicht unmöglich: Mit einer vorausschauenden Routenwahl und geplanten Ladestopps lässt sich auch die Überführung von Elektrofahrzeugen zuverlässig umsetzen. Mehr dazu auf der Seite zur Überführung von Elektroautos.

Häufige Fragen

Ist eine Überführungsfahrt immer günstiger als ein Fahrzeugtransport?
Nicht immer, aber bei Einzelfahrzeugen sehr wahrscheinlich, insbesondere auf kurzen und mittellangen Strecken. Die Kosten hängen von Entfernung, Anzahl der Fahrzeuge und Zeitfenster ab, ein pauschaler Vergleich greift zu kurz. Bei Vermaco gilt für die Überführungsfahrt ein fester Angebotspreis in Stufen von 50 Kilometern, ohne versteckte Zuschläge. Zusätzlich berechnet werden nur der Kraftstoff, der nachgetankt werden musste, und bei Elektrofahrzeugen Ladestrom und Ladezeit, minutengenau.

Kann ein nicht fahrbereites Fahrzeug überführt werden?
Nein, eine Überführungsfahrt setzt Fahrbereitschaft und Verkehrssicherheit voraus. Für nicht fahrbereite Fahrzeuge ist der Transport auf dem Trailer die richtige Wahl.

Wie kurzfristig ist eine Überführungsfahrt möglich?
In vielen Fällen innerhalb von 24 bis 48 Stunden, empfohlen wird ein Vorlauf von fünf Werktagen. Ein Angebot erhalten Sie spätestens innerhalb eines Arbeitstages.

Muss ich für die Überführungsfahrt Kennzeichen besorgen?
Wenn Ihr Fahrzeug bereits abgemeldet ist, oder noch gar nicht zugelassen wurde, kann Vermaco die Überführung mit eigenen roten Kennzeichen durchführen. Dieser Service ist jedoch kostenpflichtig.

Wird bei der Abholung ein Gutachten erstellt?
Nein. Bei der Abholung findet eine einfache Sichtprüfung mit Fotonachweis statt. Sie definiert die Haftungsübergänge und hilft bei der Klärung, falls später die Frage aufkommt, ob ein Schaden während der Überführung entstanden ist. Die Sichtprüfung ersetzt kein Gutachten.

Fazit

Die Entscheidung zwischen Überführungsfahrt und Autotransport hängt von Fahrbereitschaft, Fahrzeuganzahl, Strecke, Zeitfenster und Fahrzeugwert ab, nicht von einer pauschalen Regel. Für fahrbereite Fahrzeuge auf kurzen und mittleren Strecken ist die Eigenachsüberführung meist die wirtschaftlichere und flexiblere Lösung. Für nicht fahrbereite Fahrzeuge, Unfallfahrzeuge oder Sammlerstücke ist der Trailer die richtige Wahl.

Mehr zum Ablauf und zu den Leistungen finden Sie auf der Seite zu den Überführungsfahrten für Autohäuser, Flotten und Leasing. Passt eine Überführungsfahrt zu Ihrem Vorhaben? Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an, per Mail an info@vermaco.de oder telefonisch unter 05441 9295 00. Vermaco bearbeitet Anfragen mit höchster Priorität, ein Angebot erhalten Sie spätestens innerhalb eines Arbeitstages.